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Kolumbien Teil 1
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Kolumbien Teil 1



Reiseberichte Südamerika mariposa Allgemein
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Während mir der karibische Wind um die Ohren bläst und neben mir 5 süße Argentinier würfeln, denke ich über die Tage nach, die mich hier her gebracht haben:

6. 2. 10
Der Transatlantikflug mit der Air France war angenehm und relativ ruhig. Bei der Ankunft in Bogota versetzte mich der Anblick des Internationalen Flughafens in erstauntes Entsetzen. Das hatte ich nicht erwartet - der Flughafen ist verfallen und die Flugzeuge stehen wie zufällig davor. Der Tower der eher wie ein Silo aussieht, reckt seinen langen Hals plump in die Höhe und das Getriebe des Flughafenbusses quiekt und kreischt um Erbarmen.
Unser Weiterflug mit der Copa wurde gestrichen, aber zu meiner Erleichterung musste ich nicht viel auf Spanisch stammeln, weil sich 4 Leute um die Umbuchung auf Avianca kümmerten. 1 Stunde später brachte eine Wildsau von Pilot unser von starken Winden gebeuteltes Flugzeug sicher nach Cartagena.
Wir fanden gleich eine sympathische, nette Unterkunft und betteten erleichtert und zufrieden unsere müden Häupter.

7.2.10



Wir machen einen langen Spaziergang durch die koloniale Stadt, es ist Sonntag die Geschäfte haben geschlossen und der Ort scheint zu schlafen. Bunte Häuser drängeln sich im Schutze der dicken Stadtmauer entlang von schattigen Gässchen. Hölzerne Balkone lugen neugierig auf die vielen Plazas auf denen unter schattenspendenden Palmen die Catagenos den freien Tag genießen.
Nach einer kurzen Siesta stärken wir uns mit einem ausgezeichneten Pollo Acado (Grillhendl), Kartoffeln und Knoblauchsauce, bevor wir den Abend im Cafe del Mar auf der Stadtmauer, mit Blick auf die glitzernde, moderne Skyline ausklingen lassen.



8.2.10
Ich muss ja zugeben, mein Spanisch ist ziemlich eingerostet und so hat es unser Taxifahrer schwer herauszufinden von welchem Hafen wir zur Playa Blanca abfahren wollen. Ich bestehe auf einen, dessen Namen ich im Reiseführer gelesen habe. Die ramponierte Anlegestelle an der 3 kleine Boote auf Passagiere warten tümpelt in dem schmutzigen Brackwasser dahin. Der Markt über der Strasse ist unübersichtlich, laut und dreckig. Entgegen der Empfehlung des Reiseführers bezahlen wir unsere Überfahrt vor der Abfahrt einem Mann der auf meine Frage "wo ist der Kapitän" antwortet er sei es. Ticket will er uns auch keines geben, weil er weiß sowieso, dass wir bezahlt haben. Ok. was soll’s wir sitzen in dem Boot das immer weiter beladen wird und den Wasserspiegel neben mir cm um cm näher rücken lässt. Erst als das letzte Plätzchen belegt ist flitzen wir in Miami-Vice-Version an der Skyline Cartagenas vorbei. Der Kapitän kämpft sich rasant über die Wellen und ich gebe auf mich trocken zu halten; so stört es mich auch überhaupt nicht mehr, dass ich nach der 40-minütigen Fahrt beim Verlassen des Bootes bis zum Bauch im Meer stehe.

So, Playa Blanca; das ist ein besonderer Platz, Palmen, klares türkisfarbenes Meer und viele mit Palmenblättern gedeckte Hütten.



Der Wind bläst stark und so entscheiden wir nicht in der Hängematte unter Sternenhimmel zu schlafen sondern beziehen eine Holzhütte ohne Fenster mit einem hohen Palmendach. In der Mitte ein Bett, darüber ein großes Mosquitonetz und Sandboden. Dusche gibt es auf dem ganzen Strand keine.
Das anschließende Sonnenbad wird auch keine, so ersehnte Erholung. Der Wind nervt unglaublich - wie kleine Nadeln hämmert der Sand unaufhörlich auf unsere eingecremte Haut.
Also flüchten wir in ein dahinterliegendes, etwas windgeschütztes kleines Restaurante, das uns mit einem ausgezeichneten Fisch und Bier versöhnt. Dahinter liegt ein dunkler, grüner See umgeben von Mangroven. Abwechselnd ziehen Militärs, Kühe, Pferd und Esel vorbei. Um uns herum schlummern friedlich die Hunde, der Wind hat sich inzwischen gelegt; im Meer geht langsam, golden die Sonne unter und wir lehnen uns zufrieden zurück. Unser Blick schweift zu einem hell erleuchteten Punkt im Wald; uns ist schnell klar, dass etwas zu brennen begonnen hat. Immer wieder sprühen die Funken in den Himmel und die Feuerzunge leckt gierig über die Baumkronen. Es ist schwer abzuschätzen wie weit weg oder wie groß diese Feuerbrunst ist. Wir überlegen, ob wir jetzt gleich zu unserer Hütte laufen und uns mit Pass, Geld und Ticket ins Meer stellen sollen. Niemanden um uns herum fällt der Brand auf. Wir sitzen starr da und versuchen mit hypnotischem Blick das Feuer im Zaum zu halten. Erst als es durchbricht und die Flammen klar zu sehen sind, kommt etwas Bewegung in die "Wirtsleute" - ah! es brennt. Wir zahlen um nachzusehen woher das Feuer kommt und um uns zu vergewissern, dass unsere Cabana noch steht. Das Knistern kommt näher und bald stehen wir gebannt vor dem Brandherd. Ein Baum hinter dem Strand hat Feuer gefangen und sucht sich eine kleine Schneise durch den Wald. Ein Catageno kommt auf uns zu und versichert uns auf das Feuer aufzupassen. Na dann! kann ja nix passieren. Wir gehen - überhaupt nicht beruhigt - schlafen. Vorher "duschen wir noch mit einem halben Liter Trinkwasser aus der Flasche.

9.2.10



Der Esel, der hinter unserer Hütte angebunden ist weckt uns um 5: 45 und weil es ziemlich nach Kloake stinkt können wir auch nicht mehr weiterschlafen. Wir treten vor die Tür um uns in der Morgendämmerung die Zähne zu putzen. In den Hängematten schlafen noch friedlich die paar Touris und unsere freundliche, alte Gastmama Ruth mit ihrer Familie; das Meer ist ruhig und der Wind abgeflaut. Tatjana geht auf Fotosafari und ich versuche doch noch eine halbe Stunde zu schlafen.

Nachdem wir uns vergewissert haben, dass der Brand sich nicht ausgeweitet hat und nur mehr ein bisschen vor sich hin raucht, finden wir ein nettes Plätzchen unter einem Baum und verbringen einen typischen Strandtag (im blauen Meer schwimmen, Buch lesen, dösen, extrem dünnen, süßen, schwarzen Kaffee trinken – oder besser gesagt stehen lassen). Auf einem Boot sitzt ein junger Mann und spielt Geige begleitet von einem Akkordeon, das von einem Mädchen gespielt wird.
Beim Essen in unserem üblichen, netten Restaurante lernen wir einen Deutschen und seine Kolumbianische Frau kennen, spielen mit dem süßen Baby-Hündchen und plaudern mit Frank (auch Deutsch) der sich von einem Einheimischen Rasta gerade ein Hennatotoo verpassen lässt (es muss ein Anker sein!) und werden immer wieder zu Rate gezogen ob es so auch passt. Es kommt noch ein älterer Deutscher dazu der schon seit Jahren reist und uns sehr interessante Geschichte aus Afghanistan erzählt. Wir sitzen noch lange zusammen bis wir müde werden und schlafen gehen.

10.2.10
Wir beschließen abzureisen, der Rucksack ist gepackt und wir setzen uns an den Strand um auf ein Boot zu warten. Wir kaufen eine Mango von der alten, schwarzen Frau, die bei ihrem freundlichen Lachen ihre noch übrigen Zähne zeigt. Wir stellen fest, dass es unter den Leuten immer wieder freundliche Gespräche gibt egal welcher Herkunft, Alter oder Status. Der Respekt, die Offenheit und Herzlichkeit ist erstaunlich und eine Wohltat für uns Nordeuropäer.



Nachdem auch nach Stunden kein Boot in Sicht ist, verlegen wir unsere Warteposition, auf den Tipp von Mama Ruth an den südlichen Teil des Strandes. Sofort ist ein junger Bursche da, der sich bereit erklärt uns das richtige Boot mit der Abfahrtszeit mitzuteilen. Er führt uns zu einer Strandbude und meint "wir sollen was trinken er kümmert sich um unseren Platz auf der Fähre". Weil doch einige Boote anlegen werde ich misstrauisch und frage den Kapitän ob er noch Platz für uns hat. Unser neuer "Freund" kommt hinterher und mischt sich in die Unterhaltung ein; woraufhin der Kapitän meine Frage verneint. Na super! wir müssen jetzt auf genau das Boot, dass uns dieser junge, lächelnde Mann vermittelt hat - danach will er dafür sicher Geld haben! Ich bin sauer, aber wir geben uns geschlagen - wegen meiner mangelnden Sprachkenntnisse kann ich sowieso nicht diskutieren. Irgendwann kommt Bewegung in die mit Rucksack ausgestatteten Traveller und wir wandern noch ein Stück südlicher. Die Gruppe von ca. 15-20 Personen plus Vermittler steht um den Kapitän herum und es wird lebhaft um einen Platz gerungen - wir verstehen - nada. Das Ganze kommt mir vor wie auf einem sinkenden Schiff wo verzweifelt um die letzten Plätze im Rettungsboot gekämpft wird. Wir werden angewiesen uns in den Sand zu setzen und zu warten. Nach einer halben Stunde - ein ganz normaler Ablauf. Ticket zahlen und auf das Zubringerboot steigen - genug Platz für alle. Vermittler hat irgendwas vom Kapitän bekommen - ich schäme mich. Die Menschen sind hier so unglaublich hilfsbereit und freundlich, dass es uns anscheinend nicht mehr in den Sinn kommt, dass es so etwas überhaupt gibt - das soll mir auf dieser Reise noch einmal mit dem Taxifahrer in Baranquilla passieren der uns zur Karnevalparade fährt.

Also, wir klettern über eine Leiter auf die größere Fähre und nehmen im Bauch des Schiffes Platz um auf die 2. Ladung Mitreisender zu warten die aus einem lärmenden, lachenden Haufen Kolumbianischer Familien besteht. Neben mir nimmt eine sehr gepflegte, ältere Senora Platz. Grinsend und staunend beobachten wir diese Ausformung der Lebensfreude und wie immer mal wieder hier kriecht mir die Gänsehaut über den Körper.



Musik an, ein kurzes Willkommen durch den Lautsprecher und los geht die Fahrt. Weiter draußen auf dem Meer schlingert das Boot über die meterhohen Wellen und bei jeder Talfahrt umklammert die Senora mehr meinen Arm und drückt ihr Gesicht in meine Schulter. Ein verblüfftes Händetätscheln und "Estas bien! und schon wird "bergauf" wieder gelacht und sich über die lustig gemacht, denen übel ist.
Beim Anlegen in Cartagena habe ich das Gefühl eine neue Familie gefunden zu haben.

Leicht und beschwingt marschieren wir Richtung Getesmani.

........mehr im Teil 2

Verfasst am:
10.02.2010

Copyright:
Mariposa

Nur für Presse?:
NEIN



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06.05.2010
Von: Newsvision
Bewertung: 10 Punkte
Feedback: Endlich wieder neuer Stoff! Suuuper lebendig!!! lg
12.07.2010
Von: Capreolus
Bewertung: 10 Punkte
Feedback: Lebendig und humorvoll zugleich ! l.g.

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